Powers Return to Sport Assessment: Wie funktioniert’s?
Ist euer Athlet bereit, wieder in den (Leistungs-) Sport einzusteigen? Die Integration des Powers Return to Sport Assessment in eure Praxis bietet eine starke Bewertungsgrundlage für den Wiedereintritt eurer Athleten in den Sport. Durch die strukturierte, geführte 2D-Markerless Analyse und dem automatisierten Auswertungsverfahren könnt ihr diese wissenschaftlich fundierte Bewertungsmethode unkompliziert im Praxisalltag anwenden. Die Methode verlässt sich dabei nicht auf einen einzelnen Sprung oder Kraftwert, sondern verbindet sechs zentrale dynamische Bewegungsaufgaben:
Step Down
Drop Jump
Lateral Shuffle
Deceleration
Triple Hop
Side-Step Cut
Benötigte Hardware für das Powers Return to Sport Assessment
Oft ist die Hardware, die für die Anwendung des Tools benötigt wird, bereits Teil eurer Ausstattung: Für das Powers Return to Sport Assessment Tool werden lediglich zwei NiNOX Kameras benötigt, wobei eine die Frontalperspektive erfasst, während die andere aus sagittaler Ansicht aufnimmt. Für die Synchronisation ist zudem das myoSYNC erforderlich.
Sofern der Abstand zwischen Computer und Kameras zu groß ist, braucht ihr zusätzlich NiNOX Verlängerungskabel.
Kamera und Hardware-Setup
Die folgenden Empfehlungen dienen der reproduzierbaren Platzierung der Kamera, der Einrichtung des Hardware-Setups, der Aufzeichnung gültiger Versuche und der Dokumentation. Sie stellen kein eigenständiges Protokoll für die Freigabe des Powers Return to Sport Assessment dar.
Setup und Anweisungen zu den Übungen
| Übung | Benötigtes Setup | Anweisung des Testleiters | Best Practice Tip |
|---|---|---|---|
| Step Down | 22 cm Stufe | Beugen des getesteten Bein von der Stufe herunter, Aufsetzen der Ferse des anderen Beins leicht auf den Boden und Rückkehr in die Ausgangsposition | Stufenhöhe konstant halten und das zu testende Bein, Rumpf und Becken beobachten |
| Drop Jump | 46 cm Box | Auf der Box stehend beidbeinig nach unten hüpfen, dann Sprung so hoch wie möglich mit beiden Beinen. Die Anweisung an den Athleten, so schnell wie möglich zu springen, führt oft zu einer steiferen Stoßdämpfung. Der Athlet sollte stattdessen angewiesen werden, so hoch wie möglich zu springen, was zu einer besseren Stoßdämpfungsstrategie führt. | Achtet beim Drop Jump darauf, dass das Springen von der Box kein "Schritt herunter" ist |
| Lateral Shuffle | 4.6 m seitlicher Laufweg | Seitliche Steps bei vollem Tempo und vollständiger Belastung des Standbeins | Die Hauptkameras sollten weiterhin auf den Bereich konzentrieren, in dem die Richtungswechsel stattfinden. |
| Deceleration | 4.6 m Laufweg | Vorwärtslauf bei vollem Tempo und vollständiger Belastung des Standbeins, dann rückwärts in die Ausgangslage zurücklaufen | 4,6 m von der Startlinie bis zur Mitte des Anlagen-/Aufnahmebereichs nachmessen |
| Triple Hop | 90% der individuellen maximalen Sprungweitee | Duchführung von 3 aufeinanderfolgenden Sprüngen auf dem zu testenden Bei | Benutzt nicht den gleichen Abstand für alle Athleten, sondern bestimmt die maximale Sprunglänge im Vorhinein |
| Side-Step Cut | Keine spezifizierte Distanzvorgabe | Vorwärtslauf bei vollem Tempo und vollständiger Belastung des Standbeins (das getestete Bein), dann 90 Grad Richtungswechsel. Achtet darauf, dass der Athlet seinen Oberkörper nicht aus der Ebene oder dem Cut dreht | Wählt eine klinisch standardisierte Distanz, oft 4,6 m, und dokumentiert diese |
Pre-Recording Checkliste
- Stellt sicher, dass es aus klinischer Sicht für den Athleten unbedenklich ist, Sprung-, Hüpf-, Abbrems- und Richtungswechselübungen durchzuführen.
- Stellt sicher, dass der Testuntergrund frei, eben und rutschfest ist.
Markiertdie mittlere Ziele/Auftrittsfläche. - Stellt sicher, dass die 22-cm-Stufe und die 46-cm-Sprungbox verfügbar sind.
- Markiert die Abbrems- und Seitwärtsschrittzone in einem Abstand von 4,6 m zur Auftrittsfläche.
- Legt die Startdistanz für den Dreifachhüpfer fest. Die Startdistanz wird individuell auf 90 % der maximalen Standsprungweite des Athleten festgelegt.
- Stellt sicher, dass die frontale und die sagittale Kamera senkrecht zum Ziel ausgerichtet sind.
- Stellt sicher, dass die Kameras im Hochformat ausgerichtet sind und der gesamte Körper im Zielbereich sichtbar ist.
- Vergewissert euch, dass Synchronisation, Bildfrequenz (fps), Auflösung, Fokus, Objektivkorrektur, Verschluss und Beleuchtung überprüft wurden.
- Überprüft die Gültigkeit der Versuche, bevor ihr die Aufstellung ändert.
Vor der Aufzeichnung jeder Aufgabe sind Übungsversuche zulässig.
HINWEIS: Weist den Athleten an, bei jeder Aufgabe den Kopf hoch zu halten und den Blick nach vorne zu richten. Wenn der Athlet nach unten oder zur Seite schaut, kann das Tracking fehlschlagen.
Event-Tipp: Am 20. und 21.11. könnt ihr das Powers Assessment Tool näher kennenlernen. Dr. Chris Powers kommt nach Deutschland und zeigt euch in einem zweitägigen Workshop das RTS Assessment und das Running Assessment Tool. Hier erfahrt ihr mehr über den Workshop und könnt euch auch anmelden: Chris Powers Workshop - Velamed Medizintechnik
Weitere Infos findet ihr auf diesen Blog-Seiten:
www.noraxon.com/article/powers-running-assessment-getting-started-guide
www.noraxon.com/article/how-to-powers-with-imus